Die Caldera / Η Καλντέρα
Die ringförmig angeordneten griechischen Inseln Thira (Θήρα), Thirasia (Θηρασία) und Aspronisi (Ασπρόνησι) bilden den Rand einer vom Meer gefluteten Caldera, in deren Mitte liegen die Inseln Palea Kameni (Παλάια Καμένι) und Nea Kameni (Νέα Καμένι).
Eine Caldera ist eine riesige, kessel- oder kraterförmige Vertiefung, die entsteht, wenn ein Vulkan nach einer sehr großen Eruption in sich zusammenstürzt. Der Begriff stammt aus dem Spanischen und bedeutet „Kessel“.
Auf Santorini ist dieser „Kessel“ ca. 84,5 km² groß und neben den Calderen in Yellowstone (USA) und Campi Flegrei (Neapel, Italien) die bekannteste Caldera weltweit. Die Caldera ist mit Wasser gefüllt, welches bis zu 400 Meter tief ist.
Wer eine Insel-Rundfahrt macht, wird immer wieder auf die Beschilderung „Caldera View“ (engl. Aussicht auf die Caldera) stoßen. Manche führen direkt in eine Taverne, die am Kraterrand gebaut wurde, oder es ist wirklich eine kleine Aussichtsplattform. Egal von welchem Teil Santorinis man den Ausblick genießt, es ist aus allen Perspektiven traumhaft.
Die Inseln rund um die Caldera ist beliebte Ausflugsziele für Touristen, vom Hafen in Fira pendeln Boote zwischen den Inseln hin und her.
- Thirasia: Hat rund 270 Einwohner und ist nach Thira die zweitgrößte Insel innerhalb der Inselgruppe.
- Aspronisi: Besteht nur aus Vulkangestein und ist unbewohnt.
- Palea Kameni: Hier befinden sich die bekannten heißen Quellen im Meer.
- Nea Kameni: Unbewohnt; hier befindet sich der 127 Meter hohe Krater, aus dem ständig schwefelhaltiger Rauch aufsteigt.





Eine Zusammenfassung der Ereignisse rund um Santorinis Caldera im Jahre 2025:
Was geschah?
Seit Ende Januar 2025 wurde die griechische Insel Santorini von einer außergewöhnlichen Serie an Erdbeben erschüttert – ungewöhnlich selbst für diese tektonisch aktive Region. Insgesamt wurden über 21.000 Erdstöße registriert, das stärkste Beben erreichte eine Stärke von 5,3 – zeitweise kam es zu mehreren Erschütterungen pro Minute.Evakuierung und Reaktion
Wegen der andauernden Erdbebenserie haben zwei Drittel der rund 16.000 Einwohner die Insel verlassen. Aus Sorge vor Plünderungen wurden die leeren Gassen verstärkt von der Polizei kontrolliert. Mehr als 6.000 Menschen verließen die Insel über Sonderflüge, das deutsche Auswärtige Amt sprach eine Reisewarnung für die Region aus. Schulen wurden geschlossen, öffentliche Veranstaltungen abgesagt und Bauarbeiten in bestimmten Gebieten verboten.Vulkanausbruch - ja oder nein?
Wissenschaftlerin Heidrun Kopp sah keine vulkanischen Aktivitäten als Ursache des Erdbebenschwarms. Es handelte sich nicht um magmatische Beben, die auf einen bevorstehenden Ausbruch hindeuten - vielmehr reibt sich eine Bruchzone am Meeresboden zwischen Santorini und Amorgos. Dennoch wurde auch der nahe Unterwasservulkan Kolumbo beobachtet: Experten gehen davon aus, dass sich im Laufe der Jahrhunderte eine Magmakammer unter Santorini gefüllt hat, die unter hohem Druck steht.Wie ist die Lage heute (2026)?
Eine Katastrophe blieb glücklicherweise aus – es gab keine Todesopfer und nur geringe Schäden. Die seismische Aktivität hat sich beruhigt, und ein Santorini-Urlaub ist aktuell wieder möglich. Der aktuelle Vulkanstatus wird als „unruhig“ (Stufe 2 von 5) eingestuft.Diese Ereignisse waren und sind eine ernste Erinnerung daran, dass Santorini auf einem der aktivsten Vulkansysteme Europas liegt. Die Insel ist wieder offen – das Grollen unter der Erde bleibt jedoch ein ständiger Begleiter.