Preveza ist eine Hafenstadt am Eingang zum Ambrakischen Golf (Amvrakikos) und gleichzeitig das „Tor“ zum Ionischen Meer.
Sie ist Hauptstadt des gleichnamigen Regionalbezirkes (Περιφεριακή Ενότητα Πρέβεζας) in der Region Epirus.
Preveza hat rund 20.800 Einwohner und ist Sitz eines orthodoxen Bischofs.
Die Stadt ist ein lebhafter, typisch griechischer Ort – allerdings keine reine Touristenstadt.
Besonders schön ist die Promenade entlang des Hafens. Am Square Odysseus Androutsos / Πλατεία Οδυσσέα Ανδρούτσου findet man Denkmäler, schattenspendende Bäume und Sitzgelegenheiten.
Ein paar Meter weiter befinden sich das Rathaus, das Gerichtsgebäude und der Leuchtturm Prevezas.
Luna ParkDie HauptstraßeNationalbankGerichtsgebäudeDas RathausAm RathausGedenkstätten
Von hier aus geht es auch in die Innenstadt / Altstadt mit einigen schmalen Gassen, in denen sich Geschäfte, Cafés und Tavernen/Restaurants befinden.
Es gibt ein paar sehenswerte Kirchen, zum Beispiel die Kirche Agios Charalambos / Άγιος Χαράλαμπος mit ihrem markanten Uhrenturm.
Die Innenstadt Prevezas ist typisch griechisch – also lebendig und mit chaotischem Autoverkehr.
Die Hauptstraße ist gesäumt von Geschäften, meistens Supermärkten und Läden mit allgemeinen Bedarfsartikeln.
Die Altstadt mit ihren venezianischen und osmanischen Spuren ist attraktiv und sehenswert.
Hier findet man auch das Archäologische Museum von Nikopolis (die römische Stadt Nikopolis liegt nur wenige Kilometer entfernt).
Preveza ist nicht mit Sehenswürdigkeiten übersät, es gibt aber die eine oder andere schöne Kirche und einige hübsche Plätze.
Aktio-Preveza Tunnel
Wir sind auf dem Weg von Lefkada nach Parga durch den berühmten Aktio-Preveza-Unterwassertunnel gefahren und haben dann spontan eine Besichtigung Prevezas beschlossen – und wir haben es nicht bereut.
Die Parkplatzsituation ist wie überall in den Städten recht schwierig. Es gibt jedoch einen großen Parkplatz am Freizeitpark (Luna Park), der sogar kostenlos ist.
Etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt liegt das Kastro Pantokratora / Κάστρο Παντοκράτορα.
Die Burg ist in keinem guten Zustand und geschlossen. Graffiti-Schmierereien und Vermüllung lassen darauf schließen, dass hier schon lange nichts Gutes mehr passiert ist.
Sehr schade, denn der Blick durch das halboffene Tor zeigt ein sehr schönes Gemäuer.
Der Parkplatz vor der Burg sieht recht neu aus und ein Schild deutet auf ein EU-Projekt hin – hier sind Fördergelder wohl leider in die falschen Taschen geflossen.
Die Burg Pantokrator ist eine von drei historischen Festungsanlagen in Preveza. Sie wurde 1807 unter Ali Pascha nach Entwürfen eines französischen Armee-Obersts am Meereseingang des Amvrakikos-Golfs (an der Stelle Fokia) errichtet. Ursprünglich trug sie den Namen Oud-Kale („Äußere Akropolis“). Ihren heutigen Namen verdankt sie der Kirche des Pantokrator, die sich vor dem Bau der Festung an diesem Ort befand.
Strategische Bedeutung:
Aufgrund ihrer Lage direkt an der Meerenge hatte die Burg die primäre Aufgabe, den Schiffsverkehr und den Zugang zum Amvrakikos-Golf zu kontrollieren und zu sichern.
Historischer Kontext:
Preveza war wegen seiner strategischen Lage über die Jahrhunderte hinweg stark umkämpft und erlebte wechselnde Herrschaften:
Osmanische Anfänge (15. Jahrhundert): Die Türken errichteten Ende des 15. Jahrhunderts mit der Burg Bouka die erste und stärkste Festung der Stadt.
Venezianische Herrschaft & Zerstörung: 1684 eroberten die Venezianer Preveza. 1699 mussten sie die Stadt im Frieden von Karlowitz an die Osmanen zurückgeben – unter der Bedingung, dass Bouka zuvor zerstört werden musste. Nach dem Abzug der Venezianer bauten die Türken nördlich die Burg Agios Andreas (Its-Kale).
Rückkehr der Venezianer & Franzosen: 1718 ging die Stadt erneut an Venedig, 1797 kurzzeitig an die Truppen Napoleons.
Ali Paschas Herrschaft (ab 1798/1807): Nach dem Sieg über die Franzosen übernahm Ali Pascha die Kontrolle. Um seine Macht zu festigen, befestigte er die Stadt massiv und ließ 1807 unter anderem die Burg Pantokrator erbauen.
Spätere Nutzung: In späteren Jahrzehnten diente die Festung als Gefängnis.
Architektur & Befestigung:
Grundform: Die Hauptburg bildet ein nahezu regelmäßiges Fünfeck mit hohen Ringmauern.
Schutzbauten: Umgeben von Strebepfeilern, einer aufwendigen Seemauer (spätere Bauphase), einem Trockengraben im Süden und einem Wassergraben im Norden.
Zugang: Das Haupttor liegt an der Nordseite und führt über den Wassergraben.
Heutiger Zustand:
Obwohl die Burg Pantokrator bis heute ein beeindruckendes Bauwerk am Meer ist, befindet sich die Anlage aktuell in einem vernachlässigten Zustand.
Kurz-Steckbrief:
Baujahr: 1807
Erbauer: Ali Pascha (Pläne: französischer Oberst)
Ursprünglicher Name: Oud-Kale (Äußere Akropolis)
Lage: Südlich von Preveza / Eingang Amvrakikos-Golf (Fokia)
Funktion: Kontrolle der Schifffahrt, Küstenschutz (später Gefängnis)
Architektur: Fünfeckige Anlage mit Wasser- und Trockengraben sowie Seemauer