Im Oktober 2020 haben wir uns entschlossen mal die Stadt Kilkis zu besuchen; genauer die Höhle St. George (Cave St. Georgiou Kilkis / Σπήλαιο Αγ. Γεωργίου Κιλκίς).
Die Stadt Kilkis war ein Corona-Hotspot, es herrschte Maskenpflicht und Versammlungsverbot. Von daher haben wir auf eine Stadttour verzichtet.
Hauptstraße Kilkis
Unser Ziel war sowieso die Höhle und wir hatten Glück; sie war geöffnet.
Die Höhle befindet sich etwas außerhalb der Stadt Kilkis, am Fuße des St. George's Hill.
Sie wurde 1986 für die Öffentlichkeit geöffnet und hat eine Fläche von über tausend Quadratmetern und eine Gesamtlänge von dreihundert Metern.
Es gibt Korallenmaterial und zahlreiche Stalaktiten und Stalagmiten, außerdem viele versteinerte Tierknochen.
Wir waren die einzigen Besucher und so hat sich der Höhlenführer – ein sehr netter älterer Herr – besonders viel Mühe gegeben, uns trotz Sprachschwierigkeiten (unser Englisch und Griechisch ist nicht so toll) alles zu erklären.
In "normalen" Zeiten besichtigt man die Höhle ohne Führung.
Die Tour beginnt in einem kleinen Raum neben der Kasse, hier gibt es Fotos und Fundstücke aus der Höhle.
In der Höhle selber ist es angenehm kühl und feucht, die Masken durften wir aber zum Glück abnehmen.
Die Höhlenatmosphäre wurde medizinisch als zur Behandlung von Atemwegserkrankungen geeignet eingestuft, was man auch merkte.
Die Höhle ist beeindruckend und einen Besuch wert. Es darf fotografiert und gefilmt werden, so dass ich nun auf weitere Worte verzichte und die Bilder "sprechen" lasse.
AusstellungsraumSouvenirDer EingangFundstückKleines MuseumKassenhaus / MinimuseumUnser Höhlen-ScoutZugang zur Höhle
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Innenansichten
Entdeckung & Geschichte
Die Höhle wurde um 1925 zufällig entdeckt – der Steinbrucharbeiter Georgios Pavlidis stieß beim Arbeiten in einem Kalksteinbruch am Fuß des Agios-Georgios-Hügels auf einen natürlichen Eingang. Im Jahr 1960 erfolgte die erste kartografische Erfassung durch die damalige Präsidentin der Griechischen Höhlenkundlichen Gesellschaft, Frau Anna Petrocheilou. Die Erschließungsarbeiten begannen 1977 unter ihrer Aufsicht und dauerten sechs Jahre. 1986 wurde die Höhle schließlich für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Aufbau & Geologie
Die Höhle erstreckt sich über zwei Etagen und umfasst eine Fläche von etwa 1.000 m², mit einem speziell gestalteten Besucherpfad von 300 Metern. Ihre labyrinthartigen Gänge sind schmal und hoch, teilweise durch uralte Deckeneinbrüche geformt. Im Inneren befinden sich sechs beeindruckende Kammern.
Das Besondere dieser Höhle sind die außergewöhnlichen Steinkorallen (Cave Corals), kleine knotige Tropfsteingebilde aus Kalzit, die die Wände in riesigen Flächen von hunderten Quadratmetern bedecken – eine weltweit seltene Erscheinung in diesem Ausmaß. Die Gänge verlaufen überwiegend in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung, was auf tektonische Klüfte im Kalkstein zurückzuführen ist.
Viele Formationen haben durch ihre kuriosen Formen eigene Namen erhalten, wie "Nashorn", "Schlange", "Mönch" und "Flamingo".
Klima in der Höhle
Das Klima in der Höhle ist konstant: Die Temperatur bleibt das ganze Jahr über bei 15-17 °C, während die Luftfeuchtigkeit 95 % erreicht. Im Sommer ein herrlicher kühler Ort, im Winter angenehm mild.
Paläontologie - Fossilienfunde
Wissenschaftliche Untersuchungen des Paläontologen Dr. E. Tsoukalas von der Aristoteles-Universität Thessaloniki belegten die Anwesenheit folgender Tiere: Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta spelaea), Fuchs, eine Marderart (erstmals in Griechenland nachgewiesen), Auerochse, Klein- und Großpferd, Riesenhirsch (Megaloceros) sowie Rotwild. Das Alter der Fossilien wird auf ca. 15.000 Jahre geschätzt. Die Höhle diente offenbar als Hyänenhöhle, in die Beute verschleppt wurde.
Heilsame Wirkung - Speläotherapie
Nach einer Studie tschechischer Ärzte aus dem Jahr 1988 weist das Mikroklima der Höhle therapeutische Eigenschaften bei kindlichem Bronchialasthma auf. Die Agios-Georgios-Höhle ist damit der erste Standort in Griechenland, der für die Entwicklung der Speläotherapie (Höhlenheilkunde) vorgesehen ist.
Quellen-Zusammenfassungen: Enjoykilkis, All Over Greece, Mytraveler, Show Caves. Übersetzung: DeepL
Kloster St.George Hill
Wenn man die Straße an der Höhle weiter auf den Hügel hinauffährt, gelangt man zum Kloster St. George Hill / Ιερά Μονή Αίου Γεωργίου Λόφου, Κιλκίς.
Das Kloster selber war leider geschlossen, aber vom Hügel aus hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt Kilkis.
Die Fahrt von Thessaloniki nach Kilkis hatte sich gelohnt. Schade dass man sich die Stadt selbst nicht ansehen konnte, trotzdem war es ein schöner Ausflug.
Der schöne Ausblick auf Kilkis vom St. George HillCave St. Georgiou Kilkis (Teil 1)Cave St. Georgiou Kilkis (Teil 2)