Naoussa ist eine typisch griechische Kleinstadt mit rund 20.000 Einwohnern in Zentralmakedonien, gelegen im Regionalbezirk Imathia.
Die Stadt trägt stolz den Beinamen „Heldenstadt“, der ihr bereits 1955 per königlichem Erlass verliehen wurde – zu Ehren des erbitterten Widerstands der Bevölkerung während des griechischen Unabhängigkeitskrieges.
Ein Denkmal erinnert an das tragische Ereignis im April 1822, als viele Frauen mit ihren Kindern lieber in den Fluss Arapitsa sprangen, als sich den osmanischen Eroberern zu ergeben.
Durch die Stadt fließt der Arapitsa, der an einem Stadtrand in einem Wasserfall mündet. Auch wenn dieser nicht ganz so spektakulär ist wie in Edessa, hat er seinen eigenen Charme.
Allerdings hat sich der Flusslauf so tief eingegraben und ist von Bäumen und Sträuchern so stark umwuchert, dass man ihn an vielen Stellen kaum sehen kann.
Direkt am Wasserfall liegt der wunderschöne Stadtpark „Parko Naoussas / Δημοτικό Πάρκο Νάουσας“ mit kühlenden Wasserläufen, Brunnen und zahlreichen Marmorstatuen. Von hier oben bietet sich zudem ein herrlicher Ausblick über die gesamte Region.
„Naoussaia“
Der rund 30 Hektar große Park beherbergt zwischen alten Bäumen, Blumenbeeten und einem künstlichen See eine Vielzahl an Skulpturen.
Die Denkmäler haben dabei fast alle eines gemeinsam: Sie erzählen die heroische Geschichte der Stadt.
Das bekannteste Kunstwerk ist zweifellos die Statue der „Naoussaia“. Sie würdigt die Frauen der Stadt, die 1822 den Freitod der Gefangenschaft vorzogen.
In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das „Summer Naoussa Municipal Theatre / Θερινό Δημοτικό Θέατρο Νάουσας“, in dem vor allem in den Sommermonaten kulturelle Veranstaltungen stattfinden.
Rund um den Park laden zudem einladende Tavernen, Bars und kleine Geschäfte zum Verweilen ein.
Der Park mit den zahlreichen Marmorstatuen und ein Blick auf die Region:
Am Park
Einen Stadtbummel beginnt man am besten am zentralen Platz mit seinem imposanten Monument. Hier findet man zahlreiche Geschäfte und das typisch griechische Treiben.
Besonders sehenswert sind die Kirchen, der markante Uhrenturm im Zentrum sowie die vielen alten Wohngebäude, die den Charme der Stadt ausmachen.
Allerdings hat Naoussa auch seine Schattenseiten: Abseits der schönen Plätze findet man Gassen mit verfallenden Häusern und leider auch Straßenzüge, die recht schmutzig wirken. Das gehört zur Realität vor Ort eben dazu.
Wirtschaftlich ist die Region stark von der Landwirtschaft geprägt, wobei der Weinbau die Hauptrolle spielt.
Zentraler PlatzDer UhrenturmEin altes Gebäude
Sowohl das bekannte Weinbaugebiet als auch die populäre rote Rebsorte „Mavro Naoussis / Μαύρο Νάουσσις“ wurden nach der Stadt benannt. Weinliebhaber sollten daher unbedingt das „Wine and Vine Museum“ besuchen.
In der Nähe des Parks stößt man zudem auf diverse stillgelegte Industriegebäude. Während in einigen neues Leben entstanden ist, verfallen andere zusehends.
Zwar kein klassischer Touristenmagnet, aber für StreetArt-Fans ein echtes Highlight: Hier gibt es beeindruckende Graffiti zu bestaunen, die den alten Mauern einen ganz eigenen Charakter verleihen.