Kolonaki ist ein traditionsreicher Stadtteil im Zentrum von Athen. Es ist ein wohlhabender, eleganter Bezirk, beliebter Treffpunkt der gehobenen Gesellschaft, von Intellektuellen und Kunstschaffenden. In Kolonaki haben zahlreiche bedeutende Institutionen, Ministerien, Botschaften und international renommierte Museen ihren Sitz.
Kolonaki / Κολωνάκι
Vom Panathinaiko-Stadion aus überquert man die Hauptstraße und stößt direkt auf die bronzene Statue des Diskuswerfers (Ο Δισκοβόλος). Gleich hinter dem Denkmal beginnt die noble Odos Irodou Attikou (Οδός Ηρώδου Αττικού). In dieser Allee befindet sich der Amtssitz des griechischen Staatspräsidenten nebst der Kaserne der Präsidialgarde.
Das Athener Kronprinzenpalais (heute Präsidentenpalais / Προεδρικό Μέγαρο) dient seit über einem Jahrhundert als Residenz der griechischen Staatsoberhäupter. Der prachtvolle Schlossgarten umfasst rund 2,5 Hektar und bildet eine der geschützten grünen Lungen der Innenstadt.
Das Anwesen wird rund um die Uhr von den Evzonen (Εύζωνες) bewacht – den Elitesoldaten der traditionsreichen Präsidialgarde (Προεδρική Φρουρά). In unmittelbarer Nachbarschaft liegen unter anderem die Botschaften Schwedens und der Türkei sowie das Maximos Mansion, der offizielle Amtssitz des griechischen Premierministers.
Lange Zeit hielt der Staat das Areal rund um den Palast für Regierungsbauten frei. Seit den 1870er-Jahren wurde jedoch auch gehobene Privatbebauung zugelassen – heute zählt das Viertel zu den exklusivsten und teuersten Wohnlagen Griechenlands.
Am Ende der Irodou Attikou mündet der Weg in eine der wichtigsten Verkehrs- und Kulturachsen Athens: die Leoforos Vasilissis Sofias (Λεωφόρος Βασιλίσσης Σοφίας). Der Prachtboulevard beginnt am Parlamentsgebäude am Syntagma-Platz und zieht sich rund 3 km durch Kolonaki.
Entlang dieser Prachtstraße reiht sich ein bedeutendes Museum an das nächste: das Benaki-Museum (Μουσείο Μπενάκη), das Museum für kykladische Kunst (Μουσείο Κυκλαδικής Τέχνης), das Byzantinische und Christliche Museum (Βυζαντινό και Χριστιανικό Μουσείο) sowie das Athener Kriegsmuseum (Πολεμικό Μουσείο Αθηνών). Auch die Deutsche Botschaft hat in einer ruhigen Querstraße – der Karaoli & Dimitriou / Ipsilantou – ihren Sitz.
Im weiteren Verlauf des Boulevards erreicht man auf Höhe des Rizari-Parks eine große Verkehrsinsel, an der zwei Hauptverkehrsachsen zusammentreffen. Hier befinden sich zwei ganz besondere Sehenswürdigkeiten:
Die monumentale Skulptur „O Dromeas“ (The Runner / Ο Δρομέας – Der Läufer) und ein rund 15 Jahrhunderte alter Olivenbaum (Ελαιόδενδρο). Direkt gegenüber erhebt sich das markante Hilton-Hotel, das zusammen mit der Glasskulptur ein spannendes, modernes Fotomotiv bildet.
„O Dromeas“ wurde aus tausenden scharfkantigen, horizontal aufgestapelten Glasscheiben konstruiert, die im Gegenlicht die fließende, fast unscharfe Dynamik eines rennenden Menschen visualisieren. Der Bildhauer Costas Varotsos schuf das Meisterwerk zwischen 1988 und 1994. Ursprünglich stand der gläserne Läufer auf dem Omonia-Platz – aus Sorge vor Erschütterungen durch die darunter verlaufende U-Bahn wurde das Kunstwerk schließlich an seinen heutigen Standort versetzt.
Der benachbarte Olivenbaum ist sage und schreibe rund 1.500 Jahre alt. Er stand ursprünglich auf der Peloponnes, wo er dem Neubau der Bahnstrecke Korinth–Patras weichen sollte. Dank privater Initiativen und eines Sponsors konnte der Methusalem im Dezember 2015 behutsam ausgegraben und nach Athen umgepflanzt werden. Erstaunlicherweise hat der Baum diesen Kraftakt bestens überstanden und treibt mitten im städtischen Verkehr neue Zweige aus.
Folgt man dem Boulevard weiter stadtauswärts, passiert man das Denkmal für Ion Dragoumis (Ίων Δραγούμης) – einen einflussreichen Diplomaten, Schriftsteller und Politiker der Moderne.
Gleich dahinter erstreckt sich der Parko Eleftherias (Freiheitspark / Πάρκο Ελευθερίας), eine gepflegte Grünanlage mit Skulpturenpfad. Im Mittelpunkt des Parks thront das Denkmal für Eleftherios Venizelos (Ελευθέριος Βενιζέλος), den bedeutendsten griechischen Staatsmann des 20. Jahrhunderts und Namensgeber des Athener Flughafens.
Unmittelbar an den Park schließt das moderne Konzerthaus von Athen an: das Megaro Mousikis (Μέγαρο Μουσικής Αθηνών). Direkt vor dem Haus befindet sich die gleichnamige Metrostation der blauen Linie M3, von der aus man in wenigen Minuten zurück ins Zentrum oder bis zum Flughafen gelangt.
Südlich des Kriegsmuseums erstreckt sich der ruhige Rizari-Park (Πάρκο Ριζάρη). Neben schattigen Pinien und Sitzbänken birgt die Anlage einige sehenswerte moderne Plastiken. Besonders hervorzuheben ist die Skulptur „Baum des Friedens“ (Δέντρο της Ειρήνης), die anlässlich des Internationalen Friedenstages (21. September) enthüllt wurde.
Auf Höhe des Rizari-Parks zweigt die breite Leoforos Vasileos Konstantinou nach Südwesten ab und führt direkt zurück in Richtung des Panathinaiko-Stadions. Für Fußgänger ist dieser Abschnitt eher zweckmäßig geprägt – es dominieren repräsentative Bürogebäude, Botschaften und elegante Wohnblocks.
An der Einmündung steht eine der politisch umstrittensten Skulpturen Athens: die Statue von US-Präsident Harry S. Truman (Άγαλμα του Χάρι Τρούμαν). Sie wurde als Zeichen des Dankes für die amerikanische Unterstützung im Rahmen der Truman-Doktrin und des Marshallplans nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet.
In der griechischen Bevölkerung sind die Meinungen über das Denkmal jedoch seit jeher geteilt: Kaum ein Standbild in Athen war in den vergangenen Jahrzehnten bei politischen Protesten so häufig Ziel von Vandalismus und Farbbeuteln wie dieses Monument.
- Lage: Stadtteil Kolonaki
- Lage: Präsidentenpalais
- Lage: Leoforos Vasilissis Sofias
- Lage: Skulptur O Dromeas & antiker Olivenbaum
- Lage: Rizari-Park (Baum des Friedens)
- Lage: Harry-Truman-Statue
- Lage: Ionos-Dragoumi-Monument
- Lage: Parko Eleftherias (Freiheitspark)
- Lage: Megaro Mousikis (Konzerthaus)
(Quelle: Google Maps)