Wenn man einzelne Stadtteile Athens herausheben möchte, kommt man an Psyri (Ψυρή bzw. Psyrri / Ψυρρή) keinesfalls vorbei.
Das Viertel liegt mitten im Zentrum und zählt zu den ältesten Vierteln von Athen – heute ist Psyri der wohl lebendigste und angesagteste Stadtteil überhaupt.
Zwar hat die schwere Finanzkrise auch hier deutliche Spuren hinterlassen, und vereinzelter Verfall sowie Leerstände sind noch spürbar, doch das Viertel erholt sich mit enormer kreativer Energie.
Zahlreiche kleine Läden mit Handgefertigtem, Antiquitäten und Skurrilem, traditionelle Handwerksbetriebe sowie eine unglaubliche Dichte an Bars, Cafés und Tavernen prägen das Straßenbild.
Fast Food, urige Tavernen, Dekorationen und Außergewöhnliches:
Da unser Hotel im Oktober 2020 direkt im Zentrum am Rand von Psyri lag (diesmal waren wir schlauer als 2019), haben wir unsere „Wir holen Versäumtes nach“-Tour natürlich direkt in diesem Viertel gestartet.
So konnten wir endlich auch die fantastische Atmosphäre nach Einbruch der Dunkelheit hautnah erleben.
Trotz der damaligen Corona-Situation waren die Gassen gut gefüllt, wobei sich erfreulicherweise fast alle an die Maskenregeln hielten.
Bunte Lichterketten, Stimmengewirr und Live-Musik aus fast allen Ecken machen den unverwechselbaren Reiz des Viertels aus.
Da die Herbstabende noch angenehm mild waren, stand dem Freiluftvergnügen nichts im Wege.
Wer authentisches, erstklassiges Essen sucht – egal ob schnelles Streetfood oder traditionelle Gerichte in der Taverne –, ist hier goldrichtig, und das zu Preisen, die spürbar günstiger sind als beispielsweise in der Plaka.
Auch das Nachtleben tobt hier bis in die frühen Morgenstunden. Jeder Athener Stadtteil hat seinen ganz eigenen Charakter:
Während die Plaka eher gemächlich wirkt und Monastiraki vom Trubel der Märkte lebt, ist Psyri laut, farbenfroh, kreativ und herrlich unkonventionell.
Psyri – ein lebendiger Stadtteil bei Tag und Nacht:
Das Herzstück von Psyri bildet die Plateia Iroon (Πλατεία Ηρώων – der Heldenplatz).
Hier sitzt man gemütlich bei einem Bier oder griechischem Mokka und beobachtet das bunte Treiben.
Von diesem zentralen Platz aus zweigen alle wichtigen Gassen des Viertels sternförmig ab.
Plateia Iroon („Beer Time“):
Ein absolutes „Must-have“ bei einem Besuch ist das Themen-Café „Little Kook“.
Die überbordende Dekoration der gesamten Gasse ist atemberaubend und wechselt regelmäßig je nach Jahreszeit oder Anlass (Halloween, Weihnachten, Märchenwelten).
Gerade abends, wenn tausende Lichter erstrahlen, entfaltet diese Fantasiewelt ihren ganzen Zauber.
Das Little Kook ist der beliebteste Fotospot des Viertels.
Wer sein Frühstück oder außergewöhnliche Süßspeisen, riesige Waffeln, Crêpes, Eisbecher und bunte Milchshakes in einer herrlich kitschigen Kulisse genießen möchte, ist hier goldrichtig.
Nicht nur die Fassaden faszinieren – auch das Personal serviert stilecht in aufwendigen Kostümen.
Das „Little Kook“ – Märchenwelt in Psyri:
Mitten im geschäftigen Treiben stoßen Besucher immer wieder auf ehrwürdige orthodoxe Kirchen – willkommene Oasen der Ruhe.
Agia ParaskeviAgioi AnargyroiAgios Dimitrios
Eindrücke und Entdeckungen im quirligen Psyri:
Psyri ist ein echtes Eldorado für Streetart-Liebhaber. Natürlich gibt es – wie überall in Athen – einfache Tags und Schmierereien, doch überwiegend trifft man auf aufwendige Murals und ausdrucksstarke Wandgemälde renommierter Künstler, die das Straßenbild maßgeblich prägen.
Wer urbane Kunst schätzt, kommt hier voll auf seine Kosten.