Geht man – von der Plaka kommend – die Allee zwischen Zappeion und Olympieion (Leoforos Vasilissis Olgas) entlang, stößt man direkt auf das Panathinaiko-Stadion (Παναθηναϊκό Στάδιο).
Es wird im Volksmund auch Kallimarmaro (Καλλιμάρμαρο – „schöner Marmor“) genannt.
Das Bauwerk erlangte Weltruhm als Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit im Jahr 1896.
Heute wird das Stadion nur noch zu ausgewählten Anlässen genutzt, da strenge Denkmalschutz- und Sicherheitsbestimmungen eine reguläre Nutzung stark einschränken.
Wenn es jedoch öffnet, entstehen unvergessliche Momente: So wurde hier 2004 die griechische Fußballnationalmannschaft nach ihrem sensationellen Europameistertitel empfangen.
Zudem befindet sich hier der traditionelle Zieleinlauf des jährlichen Athen-Marathons, der seit 1982 ausgetragen wird.
1997 fand hier die Eröffnungszeremonie der Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt.
Auch legendäre Konzerte von Weltstars wie Bob Dylan, Depeche Mode, Tina Turner oder Black Sabbath gingen hier über die Bühne – übertroffen nur vom Auftritt des griechischen Nationalkomponisten Mikis Theodorakis vor über 50.000 Zuschauern.
Bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen diente die Arena als spektakuläre Kulisse für das Bogenschießen sowie als Ziel der beiden Marathonläufe.
Außenansicht des Panathinaiko-Stadions – PanoramaDenkmal Georgios AveroffTickets
Vor dem Stadion steht das monumentale Standbild für Georgios Averoff (Γεώργιος Αβέρωφ).
Der wohlhabende Geschäftsmann und Philanthrop rettete die ersten Spiele 1896: Als Athen die Austragung wegen akuten Geldmangels entzogen zu werden drohte, sprang Averoff ein und finanzierte die aufwendige Rekonstruktion des Marmorstadions vollständig aus eigener Tasche.
Update: Im Oktober 2020 haben wir es uns nicht nehmen lassen, das Stadion ausführlich von innen zu besichtigen.
Der Eintritt kostete 5 Euro pro Person, und man konnte sich zeitlich unbegrenzt in der Arena und im Museum aufhalten.
Dank der damaligen Reisezeit waren nur sehr wenige Besucher vor Ort, sodass wir das monumentale Areal fast für uns allein hatten.
Ausblick von der Seitentribüne auf den Vorplatz
Der wahre Eindruck von der gewaltigen Größe des Stadions erschließt sich erst, wenn man die steilen Stufen bis zu den obersten Sitzreihen erklimmt und hinabblickt.
Man mag sich kaum ausmalen, welche unglaubliche Atmosphäre hier bei einer vollbesetzten Veranstaltung herrschen muss!
In den Katakomben unter der Osttribüne befindet sich zudem ein faszinierendes kleines Museum, das man über einen langen, in den Fels gehauenen Tunnel erreicht.
Panoramablick von der obersten Tribüne auf den gesamten Innenraum
Historische & technische Daten:
Ursprung: Erstmals um 330 v. Chr. vom athenischen Staatsmann Lykurg für die Panathenäischen Spiele in einer natürlichen Senke angelegt (damals noch mit Holzbänken).
Ausbau: Um 140 n. Chr. durch den wohlhabenden Rhetoriker Herodes Atticus vollständig mit weißem Pentelikon-Marmor monumental neu errichtet – daher der Beiname Kallimarmaro.
Maße & Kapazität:
Form: Klassische Hufeisenform (U-förmig, nicht oval wie moderne Fußballarenen).
Maße: Bahnlänge ca. 204 m (entspricht einem antiken Stadionlauf von 600 griechischen Fuß), Breite ca. 33–34 m.
Kapazität: In der Antike fasste die Arena 50.000 bis 70.000 Zuschauer; heute sind aus Sicherheitsgründen regulär rund 45.000 Plätze zugelassen.
Besonderheiten:
Material: Das einzige Stadion der Welt, das vollständig aus weißem Marmor erbaut ist.
Wiederentdeckung: Zwischen 1869 und 1870 von Ernst Ziller ausgegraben und durch Anastasios Metaxas für die Olympischen Spiele 1896 originalgetreu wiederaufgebaut.
Ausrichtung: Die offene Stirnseite weist nach Westen mit freier Sichtachse in Richtung Akropolis.
Vorplatz, Ränge, Katakomben und Museum des Stadions:
Ein Erinnerungsfoto ganz oben auf dem Siegerpodest sollte man sich bei einem Rundgang natürlich nicht entgehen lassen! :-)